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ka netzwerktreffen Februar 2010
Foto: AEA

Das war das klima:aktiv Netzwerktreffen

Am 16.02.2010 wurde den klima:aktiv Sanierungsberatern wieder die Möglichkeit geboten sich gegenseitig auszutauschen und weitere gemeinsame Projekte zu diskutieren. Neben der Einführung in den Energiemonitor, der Vorstellung verschiedener klima:aktiv-Arbeitsunterlagen und Ergebnisse aus unterschiedlichen Projekten sowie des Integrierten Energie-Contracting-Modells wurde die bisherige und die weitere Entwicklung des klima:aktiv Gebäudestandards präsentiert und diskutiert.

Zu Beginn des Netzwerktreffens erhielten die Sanierungsberater eine Einführung in den Energiemonitor von MANOVA. Dieser dient dem langfristigen Monitoring von Hotelleriebetrieben und bietet ein umfassendes Benchmarking für diese Branche. Die Betriebe oder Sanierungsberater können auf www.hotel-energie-monitor.at die Online-Umfrage durchführen oder den Fragebogen ausfüllen. Nach abgeschlossener Umfrage erhält jeder Betrieb einen Zugang zum Energiemonitor und kann seine Auswertung ansehen und Daten bearbeiten um im Zeitverlauf die Verbesserungen zu sehen.
 
Jan W. Bleyl von der Grazer Energieagentur präsentierte das Integrierte Energie-Contracting-Modell anhand des Praxisbeispiels LIG Steiermark. Wieder wurde betont, „dass vor jeder Energieversorgung zuerst alle verbrauchsseitigen Einsparmaßnahmen geprüft und umgesetzt werden sollten. Erst im zweiten Schritt wird der verbleibende Bedarf möglichst effizient bereitgestellt.“ Die LIG Steiermark hatte mit der Sanierung zum Ziel, einen Energieträgerwechsel und eine umfassende Sanierung aller ölbefeuerten Heizzentralen sowie verbrauchsseitige Einsparmaßnahmen (Gebäudetechnik, Gebäudehülle, Nutzermotivation) und Emissionsreduktion und Gesamtkostenminimierung zu realisieren. Die Amortisationsdauer sollte unter 15 Jahren liegen. Energieliefer-Contracting kombiniert mit verbrauchsseitigen Einsparmaßnahmen (=Integriertes Energie-Contracting) war die Lösung für das Vorhaben. Um den Bestbieter zu eruieren wurden Vergabekriterien definiert: Geringste Gesamtkosten der Wärmelieferung inkl. Investitionskosten, verbrauchsseitige Einsparmaßnahmen und Verwendung umweltschonender Technologien. Für jedes Kriterium wurde eine bestimmte Punktezahl vergeben. Der Bieter mit den höchsten Punkten wurde beauftragt.
Dieses Konzept ergab erhebliche Einsparungen und nicht zuletzt wettbewerbsfähige Wärmepreise.
 
Ein Schwerpunkt des Nachmittags war der klima:aktiv Gebäudestandard – die bisherige Entwicklung und die Weiterentwicklung. Der klima:aktiv Gebäudestandard enthält Qualitätsanforderungen für verschiedene Bereiche wie Planung und Ausführung, Energie und Versorgung, Baustoffe und Konstruktion und Komfort und Raumluftqualität. Für jeden Unterpunkt dieser Kategorien werden je nach Qualität Punkte vergeben. Werden 700 Punkte erreicht, zählt das Gebäude zu einem klima:aktiv Haus. Erreicht man mehr als 900 Punkte, handelt es sich um ein klima:aktiv Passivhaus. Dieser Gebäudestandard kann nicht nur zur nachträglichen Bewertung und Auszeichnung von Gebäuden herangezogen werden, sondern stellt im Planungsprozess ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung dar.
 
Maike Groß von der Österreichischen Energieagentur präsentierte anschließend die geplanten Ergebnisse des Projektes TABULA. Hintergrund: Die Einschätzung des Energieverbrauchs des gesamten Gebäudebestandes bzw. eine Abschätzung der möglichen Auswirkungen von zu setzenden Maßnahmen bilden die Grundlage um effiziente Sanierungsmaßnahmen setzen zu können (Mindestwerte, Förderungen etc.). Während der Projektlaufzeit wird eine Gebäudetypologie entwickelt: In einer Broschüre und in einem Webtool werden die Gebäude je nach Baualter und Standort mittels energierelevanter Merkmale (typische Wandaufbauten, U-Werte, Größen, Einsparmaßnahmen und –potenzialen etc.) charakterisiert. Falls Sie Interesse an der Mitarbeit haben, besteht für Sie die Möglichkeit, über die National Advisory Group an der Entwicklung und Befüllung der Typologien, sowie an der Testung des Webtools und der Erarbeitung und Anwendung der nationalen Broschüre mitzuarbeiten. Falls Sie Interesse an der Mitarbeit oder am Projektfortschritt haben, können Sie sich gerne mit Frau Groß in Verbindung setzen: (maike.gross@energyagency.at).
 
Franz Jetzinger von der Österreichischen Energieagentur stellte das entwickelte PV-Tool vor. Mit diesem Tool kann man eine Wirtschaftlichkeitsberechnung einer netzgekoppelten PV-Anlage mit Standort in Österreich durchführen. Das Photovoltaik–Berechnungstool, in der vorliegenden Version, bietet privaten Nutzern unabhängige Unterstützung bei der groben Planung einer Anlage. Im Zuge eines Neubaus oder einer Sanierung liefert das Tool die entsprechenden, wirtschaftlich wichtigen Informationen samt Förderangeboten.
 
Zum Abschluss präsentierte Nicole Hartl von der Österreischischen Energieagentur die Simulationsergebnisse aus dem Projekt KeepCool II. Aufgrund des stetig steigenden Energiebedarfes für die Kühlung von Gebäuden zielt dieses Projekt darauf ab, den Markt von „herkömmlicher Kühlung“ hin zu „nachhaltigem Sommerkomfort“ zu transformieren. Nachhaltiger Sommerkomfort bedeutet: Bereitstellung von angenehmen Innenraumbedingungen mit keinem oder minimalem Einsatz an konventioneller Energie.
Zur handfesten Abschätzung von Einsparpotenzialen durch verschiedene Sanierungsmaßnahmen zur Erhöhung des Sommerkomforts wurden im Rahmen dieses Projektes Simulationen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Simulationen wurden präsentiert.
 
Hier finden Sie die Präsentationen des Netzwerktreffens und nützliche Links:
Begrüßung Leitfaden EnergiemonitorBegrüßung Leitfaden Energiemonitor
Integriertes EnergieContractingModell_BleylIntegriertes EnergieContractingModell_Bleyl
klimaaktiv Gebäudestandardklimaaktiv Gebäudestandard_Reichel
TABULATABULA_Gross
KeepCool II Simulationsergebnisse_HartlKeepCool II Simulationsergebnisse_Hartl
Fragebogen für HotelbetriebeFragebogen für Hotelbetriebe

Leitfäden:
Leitfaden Integrierte PlanungIntegrierte Planung
Leitfaden Some principles of low energy building designSome principles of low energy building design

Energiemonitor von MANOVA:
www.hotel-energie-monitor.at
 
Diskussionspapier zu Grenzen marktgängiger Contracting-Produkte:
http://www.ieadsm.org/ViewTask.aspx?ID=16&Task=16&Sort=0
 
klima:aktiv-Gebäudestandard:
http://www.klimaaktiv.at/article/archive/27218/
 
Projektwebsite TABULA
www.building-typology.eu
 
Projektwebsite IntEnD
www.intedesign.com
 
Projektwebsite KeepCool II
www.keep-cool.info

26.02.2010