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Schiestlhaus am Hochschwab
Foto: Robert Freund

Schiestlhaus am Hochschwab

(2154m), 8621 St. Ilgen
Gebäudeart: Alpines Passivhaus
Energiekennzahl: 10,96 kWh/m²a

 
 
 
 
 
Bauherr: ÖTK Österreichischer Touristenklub
Architektur: Arge posarchitektenZT-KEG und Treberspurg & Partner Architekten ZT-Gmbh und DI Marie Rezac
Energieplanung: Wilhelm Hofbauer, Karin Stieldorf, IBO

  • Nutzung: Schutzhaus in hochalpiner Lage mit 71 Betten, 70 Sitzplätzen im Innenraum, 90 auf der Terrasse, Winteraufenthaltsraum mit 8 Schlafplätzen
  • Gebäudeart: Weltweit erstes »alpines Passivhaus«, Hauptsaison mit voller Bewirtschaftung (Mai bis Oktober), Winterbetrieb auf Selbstversorgerbasis, 2.500 Übernachtungen pro Jahr, 4.400 Tagesgäste pro Jahr
  • Fertigstellung: 2005
  • Energiekennzahl: HWB (Dynamische Simulation mit Waebed): 10,96 kWh/m²a
  • Energiesystem: Solar-Thermie, Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Photovoltaik, Pflanzenöl-BHKW, Energieverbrauchsmonitoring mit Fernüberwachung
  • Baubiologie und Nutzungskomfort: Heimisches Holz, hoher Vorfertigungsgrad, biologische Oberflächenbehandlung (Wachs, Öl), hochwertige thermische Qualität der Fassaden und Fenster, hoheInnenraum-Luftqualität, biologische Abwasserbehandlung und Regenwassernutzung

Architektur

Diese Schutzhütte ist ein Prototyp für enegieeffizientes, ökologisches Bauen in hochalpiner Insellage. Die gestaltbildenden Prinzipien »normaler« Passivhäuser – Zonierung, Kompaktheit, asymmetrischer Umriss, Konzentration der Fensterflächen nach Süden, in Fassaden integrierte Photovoltaik – sind hier für die extreme Lage und spezielle Vorfertigung zugespitzt und schlüssig bewältigt. Die windexponierte Stellung am Sattel verhindert Einschneiung und sichert die Zugänglichkeit im Winter. Der Hausquerschnitt ist funktionell und thermisch differenziert. Die dichte Packung der Gästezimmer zeigt bei größter Raumökonomie doch individuelle Atmosphäre, Ausblicke und gute Luftqualität; die Gaststube mit der riesigen, statisch komplexen Glaswand aus Passivhausfenstern bietet ein im Schutzhüttenbau völlig neues Panoramabild: so führen die technisch/ökologischen Momente auch im Raumerlebnis und in der Außenerscheinung zur Innovation – zu einem selbstbewussten, selbstverständlichen Ausdruck.
Otto Kapfinger


Energie und Ökologie
Robert Freund
Die Klimabedingungen am Hochschwab sind mehr als rau. Das Grundkonzept ist Passivhaus-typisch klar gelöst: kompakt, bestens wärmegedämmt und wärmebrückenfrei sowie luftdicht. Bei der Wahl der Baumaterialien wurde – so weit wie möglich – auf nachwachsende Rohstoffe geachtet. Bleibt immer noch ein Heizwärmebedarf und natürlich der Energiebedarf für alle anderen Energiedienstleistungen in einer bewirtschafteten Schutzhütte. Das Ziel »energieautark« geht natürlich weit über das Passivhauskonzept hinaus. Daher ist bei dieser Schutzhütte im Gegensatz zu den Passivhäusern wesentlich mehr Technik zu sehen. Diese wurde nach dem aktuellen Stand der Technik interdisziplinär und bis ins Detail energieeffizient, solar und ökologisch geplant und ausgeführt. Hier kann der Berg- und Naturfreund mit gutem Gewissen in 5-Sterne-Behaglichkeit übernachten.
Helmut Krapmeier

08.09.2009